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Die Zentrale Heuerstelle Hamburg (ZHH) - 1Ein Arbeitsvermittler benötigt das Vertrauen beider Seiten, ganz besonders in der Seefahrt. Jeder Reeder hat seine besonderen Anforderungen, mitunter auch Nasenfaktor, dem Seefahrer fehlt oft auch die Information und muss sich bitte darauf verlassen können, dass es sich hier wirklich um ein „Gutes“ Angebot und auch eine „renommierte“ Reederei handelt, wie ja so oft behauptet wurde.
Die Heuerstelle war ursprünglich eine Erfindung der Kirche, um gerade solchen zweifelhaften Machenschaften entgegen zu wirken und zu verhindern dass Seeleute ausgenommen werden. Die eigentlichen Probleme begannen als das Arbeitsamt den alten Karteikasten mit einem Computer ersetzte. Ein Computer ist ein Werkzeug, er ersetzt aber nicht den gesunden Menschenverstand. Ein Vermittler muss schon wissen welchen Seefahrer er zu welcher Reederei schicken kann. Dem widersprachen jetzt die Anforderungen aus der Arbeitsagentur, alles zu automatisieren, rationalisieren und mehr und mehr dem Computer zu überlassen. Eine Firma meldete den Bedarf für einen Kapitän. Ein erfahrener Heuerbaas suchte vielleicht 3 zur Auswahl aus, von denen er auch überzeugt war dass die Reederei diese nehmen würde. Der Computer spuckte gleich 100 aus, schnell die Einladungen ausgedruckt, man muss sich ja auch im Hause Arbeitsamt behaupten, die Statistiken, 100 Arbeitsvorschläge gemacht - Riesen Applaus. Die Reederei drehte nur durch angesichts dieser Stampede an Kapitänen, sie wollten doch nur einen haben. Anstelle vorher 2 Absagen so waren es jetzt 99 Kapitäne mit einer Absage. Es wurde schon echt makaber wo Leute dann ihre hundertste Absage feierten. Seeleute sind auch nur Menschen, das Geschäft wurde für die Seefahrer immer deprimierender. Das war als man noch Leute hatte. Kein Wunder wenn die Seefahrer heute die Heuerstelle meiden. Aber auch Firmen die von der Heuerstelle nicht so begeistert waren, vor allen Dingen wenn schlechte Bewerber bekamen. Die Heuerstelle versteckte sich hierbei hinter den Vorschriften der Arbeitsagentur. Die Interessen zuerst die Arbeitslosen unter allen Mitteln los zu werden, denn die kosteten dem Arbeitsamt ja Geld. Gute Firmen die nicht mehr ihre Angebote an die Heuerstelle gaben, aber auch gute Seeleute die nicht gewillt waren sich die verbliebenen Angebote lange anzuschauen.
Voller Stolz gibt die Heuerstelle vor Bewerber zu kontrollieren, laut ILO sei man dazu berechnet. Aber keiner der die Angebote der Arbeitgeber überprüft. Es waren gerade diese so genannten „ungeprüften“ Angebote die laufend den Zorn der Seeleute hervorriefen. Angebote wie $1000 für einen Tanker Kapitaen oder Chief lagen sogar unter dem Gehalt eines Filipino und waren nur eine bodenlose Frechheit und Beleidigung. Sehr bedauerlich dass sich die Vermittler der Heuerstelle dazu her gaben dies Spiel einiger Arbeitgeber überhaupt mitzumachen. Man versteckte sich dabei immer hinter den Dienstanweisungen des Arbeitsamtes wonach wohl auch jeder Dreck zu vermitteln ist, es zerstörte jedoch jegliches Vertrauensverhältnis. Da sich so schnell auch keiner fand für das "Superangebot" wurde es an alle verschickt um diese Massenbeleidigung perfekt zu machen. Viele Seeleute, vor allen die besseren Seeleute, welche es seither ablehnen sich noch weiter durch diese Heuerstelle vermitteln zu lassen.
Womit man wohl nicht gerechnet hatte war das Internet. Seeleute fingen an sich über solche Angebote auszutauschen. Angebote 20-30% unter Tarif, Arbeitgeber wo die Bewerber unwürdig behandelt wurden, aber auch viele Angebote wo es die Firma lediglich versäumt hatte zu melden, dass die Stelle bereits besetzt ist, das Angebot jedoch noch über Monate bei dem Arbeitsamt angezeigt wurde. Manche sprachen sogar von Jahren.
Der größte Fehler des Arbeitsamtes war wohl die wenigen verbliebenen Heuerstellen zu schließen um alles unter dem Deckmantel Zentrale Heuerstelle in Hamburg abzuwickeln. Als Begründung hierzu gab man an um für mehr Transparenz auf dem Arbeitsmarkt zu sorgen. Da dem Seefahrer doch oft auch die Informationen fehlen, fühlt er sich verunsichert oder war mit den Vorschlägen einer Heuerstelle nicht zufrieden, so hatte er früher die Möglichkeit sich an eine andere Heuerstelle zu wenden. Der Seefahrer wurde hierdurch der freien Wahl der Heuerstelle bzw. des Vermittlers beraubt und mit einem Monopolbetrieb konfrontiert. Insoweit vorher noch ein gewisser Konkurrenzkampf zwischen den Heuerstellen bestand,so war dies auch nicht mehr gegeben. Besonders Brake war im Gegensatz zu Hamburg bei den Seefahrern sehr beliebt.
Aus dieser Notlage heraus entstand dann die Idee von HEUERSTALL.DE um den Seeleuten Alternativen zu den Angeboten der Zentralen Heuerstelle anzuzeigen. Die Idee dahinter war eigentlich sehr einfach, je mehr Seeleute eine gute Stellung finden, um so eher laufen solche schmutzigen Firmen mit Gehältern weit unter Tarif trocken. Hierbei war auch ein gewisser Eigennutz. Wird das Personal knapp, steigen die Preise und haben letztlich auch alle etwas davon. Kollegen die auch aus den regionalen Zeitungen Angebote einspeisten welche sonst viele Seeleute überhaupt nicht gelesen hätten.
Der Fehler im Heuerstall war wohl, dass man weiterhin auch die Angebote der Heuerstelle anzeigte um somit den Kollegen einen vollen Überblick zu dem Arbeitsmarkt zu geben. Es waren dann immer wieder diese „Sonderangebote“ die den Zorn der Seeleute hervorriefen. Dann war wieder Ruhe, man meinte die Heuerstelle hätte sich gebessert. Es wurden alle Kommentare entfernt um auch nicht die Reeder zu verärgern, schon legte man in Hamburg wieder voll los mit solchen skandalösen Glanzleistungen und bodenlosen Frechheiten, wo selbst die Betreiber nicht mehr ruhig bleiben konnten.
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