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Die Zentrale Heuerstelle Hamburg (ZHH) - 2
Der absolute Gipfel war dann als die Seeleute diesen „Persilschein“ entdeckten. Bis dahin ohne Wissen der Seefahrer stellte die ZHH den Reedern Bescheinigungen aus es wären nicht genug Seefahrer vorhanden, welche die Reeder dann berechtigten Billigpersonal aus dem Ausland einzustellen. Einmal wurden die Seefahrer mit Billigstangeboten aus der Heuerstelle vertrieben, es ist den Seeleuten aber auch nicht bekannt was sie dazu gesetzlich verpflichtet sich bei der ZHH zu melden. Viele lehnen die ZHH und deren „HARTZ4“ Angebote ab. Was hier gespielt wurde hätte sicherlich einmal die oberste Finanzbehörde interessieren sollen. Qualifizierte Seeleute die abgewiesen wurden, die ZHH stellt ja Persilscheine aus. Äußerungen der Arbeitsagentur in Hamburg, Personen über 50 seien nicht zu vermitteln. Bei der Altersstruktur in der Seefahrt ein sehr großer Anteil. Entschuldigung, der Mann hat sein Patent, er hat seine Gesundheitskarte als offizielle Dokumente welche bescheinigen dass er fit ist den Beruf auszuführen. Irgend etwas anderes zu behaupten ist total unakzeptabel. Die Frage war ob so etwas nicht vielleicht schon unter die Paragraphen der Beihilfe zum Steuerbetrug fallen. Letztlich geht es hier auch um viele Subventionen und verringerte Steuereinnahmen bei Billigpersonal.
Auch das mit der Transparenz war so eine Sache. Sehr oft konnten die Seeleute nachweisen, dass Angebote falsch waren oder auch mehrfach aufgegeben wurden. Bedauerlich, dass sich einige Vermittler bei dem angeblichen Mangel auch gleich eine goldene Nase verdienen wollten. Man konnte Angebote entdecken, direkt von der Reederei, gleichzeitig mit gleichem Text von mehreren Vermittlern. Aus einer Stelle wurden auf diesem Wege gleich 4 oder 5. Aber eben auch viele Angebote wo es einfach versäumt worden war diese zu löschen. In welcher Form hier die Heuerstelle verlässliche Zahlen erhalten haben will blieb den Seefahrern ein Rätsel. Die Angewohnheit der Heuerstelle aber auch alte Angebote wieder zu beleben, jene so genannten Zombies im Reich der ZHH Karteileichen. Ohne weitere Überprüfung, gesucht wird, Bewerbung oder Einstieg vor 15 Monaten. So etwas sind einwandfrei ungültige Angebote die aber von der Heuerstelle mit angerechnet wurden.
Es folgte eine Konferenz aller beteiligter Webmaster um diese Proteste noch in einem würdigen Rahmen zu halten. Die Experten kamen jedoch zu ganz erstaunlichen Ergebnissen. Sie konnten ganz klar belegen, dass es wohl kaum etwas Effektiveres gibt als die Negativ Werbung. Was gut ist interessiert kaum, die negativen Schlagzeilen ziehen die Leute an wie das Licht die Motten. Sie konnten auch klar belegen, dass die Heuerstelle von diesen Protesten sehr stark profitierte, deren ganzen Angebote gelesen wurden, und sei es eben nur auf der Suche nach neuen Fehlern. Es fiel der Entschluss jegliche Kommentare zur Heuerstelle zu löschen und deren Angebote auch nicht weiter anzuzeigen denn alles was solch eine Heuerstelle verdiente, kostenlose Werbung in welcher Form auch immer gehörte nicht dazu. Die Angebote der Heuerstelle werden aber auch nicht mehr bei den Partnern der Arbeitsagentur angezeigt. Den meisten Seefahrern ist das Interface der Arbeitsagentur einfach zu umständlich, hatten sich die Angebote der Heuerstelle immer über die Partner angeschaut. Sehr beliebt war Meine Stadt. Durch diesen Umstand kann man allerdings heute auch genau belegen wie oft die Angebote der Heuerstelle im Internet gelesen werden. Im Vergleich zum Heuerstall sind es vielleicht nur noch um die 2 %, die Heuerstelle ist damit auf dem Seefahrer Arbeitsmarkt immer mehr zu einer Bedeutungslosigkeit abgesackt. Man kann dies auch in anderer Form belegen, fast jede Firma sucht Inspektoren. Wie viele werden davon bei dem Spezialisten Heuerstelle die ja nun als Zentrale alle erfassen sollte überhaupt noch angezeigt? Immer weniger Angebote aus der Seefahrt, die Lücken werden inzwischen mit Fremdangeboten aufgefüllt damit es nicht ganz so auffällt.
In welcher Form die ZHH dabei noch die Grundlage hat solche Persilscheine auszustellen erscheint den meisten Seefahrern als sehr fragwürdig. Einmal besteht keine gesetzliche Verpflichtung sich bei der Heurstelle zu melden. Sie bescheinigt den Reedern, dass keine deutschen wie auch EG Seeleute verfügbar sind, deren Angebote werden jedoch nicht in Englisch im EG Raum angezeigt. Hierbei versteckt man sich hinter die Anordnungen innerhalb der Arbeitsagentur, die ja nur für Deutschland zuständig ist. Fehler auch der Politiker, eine EG einheitliche Gesundheitskarte ist schon lange überfällig. Ohne deutsche Gesundheitskarte ergibt die Überprüfung der ZHH dass Papiere fehlen, können diese EG Seeleute bei der Verfügbarkeit von Seeleuten nicht mit eingerechnet werden.
Anstelle doch einmal die unbeliebte Wahrheit zu sagen wird Werbung gemacht, der Beruf mit Zukunft. Die Jugend läuft dem Reeder aber bereits nach 4 Jahren weg nachdem sie geschnallt hat was wirklich los ist. Als Entschuldigung gilt „familiärere Gründe“. Man hält mit der Wahrheit zurück, Fahrzeiten 1:1 hatten wir früher nicht, hatten aber auch Familie. Es macht ja auch nichts, die ZHH stellt ja Persilscheine aus. Das Problem entsteht nicht an Bord sondern an Land. Einmal die ganze Zuliefer- und Service Industrie, aber auch beim Reeder. Jetzt kann man theoretisch wohl auch dort Inder oder Chinesen einstellen, hat jedoch das Problem, dass die Inspektoren keinen EG Pass haben und sich meist erst ein Visum besorgen müssen um das Schiff zu besuchen. Bei den vielen dringen Fällen ein unhaltbarer Zustand. Unhaltbare Zustände auch bereits auf einigen Kontoren. Wer will da auch anfangen? Angeblich 1 Inspektor krank, 2 in Urlaub, die Wahrheit 4 die fehlen und deren Arbeit mit gemacht werden muss. Eingeflogene Engländer die so schnell sie einfliegen auch wieder abfliegen. Eine bekannte Firma, vor Jahren Bewerber mistig behandelt. Der 2. Ing seinerzeit hat heute die Qualifikation zum technischen Inspektor. Die gleiche Firma die ganz dringend sucht und ganz sicherlich auch weiter erfolglos suchen wird, denn im Wahn ihre Statistiken aufzubessern hatte die Heuerstelle seinerzeit hunderten von anderen Seefahrern das gleiche Angebot geschickt. Viele Firmen die sich auch nur einen Spaß daraus machten einmal zu sehen wie weit man einen Seefahrer im Gehalt drücken kann. Man hat die Beschwerden der Seeleute ignoriert. Dies sind nun einmal Tatsachen die sich heute irgendwie rächen.
Der Kernpunkt ist die langfristige Sicherheit der Arbeitsplätze. Die riesige Flotte auf Krediten gebaut, mit der Verblendung durch diese Sucht nach dem maximalen Profit wurden viele Dinge ignoriert. Es ist nicht abzusehen in wie weit ein US Kreditkrise Einfluss auf die Seefahrt hat. Die Frage, wann wird das Kapital nervös angesichts fallender Verdienste? Schiffe kann man schnell verkaufen oder in das Ausland abschieben, da ist der deutsche Reeder ja nun einmal Weltmeister. Sicher ist, die vielen Schiffe die man jetzt gebaut hat werden für die nächsten 15-20 Jahre Ersatzteile benötigen, und das je älter im steigenden Umfang. Kraftwerke werden uns sicherlich noch viel länger erhalten bleiben. Die deutschen Seefahrer haben inzwischen Alternativen. Wem soll es da noch verwundern wenn die deutschen Seeleute im zunehmenden Umfang der Heuerstelle und ihren „ungeprüften“ Angeboten den berühmten Stinkefinger zeigen. Mit dem Persilschein stellt sich die ZHH alle 2 Wochen selber ein Armutszeugnis aus. Die Wahrheit, die Seefahrer laufen der Heuerstelle weg und die Arbeitsagentur wird es wohl auch irgendwann erkennen müssen, womit man dann sicherlich auch die absolut letzte der Heuerstellen schliessen wird. Ein Monopolbetrieb war noch nie gut und hat sich auch noch nie lange gehalten. Für die Seefahrer selber ist die Heuerstelle kein Thema mehr.
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