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Von der eigenen Gewerkschaft verraten und verkauft?
Viel Kritik gab es zu einer so genannten Gewerkschaft. Seit Anfang der 70iger galt kontinuierlich das gleiche Lied, der große Erfolg der Gewerkschaft, man musste Eingeständnisse machen um von 200 zumindest 20 Arbeitsplätze zu retten, kurz darauf waren diese dann allerdings auch weg. Einmal im Jahr die große Aktion um der Welt zu zeigen dass man noch existiert. Die Seefahrer an Bord konnten aber nicht feststellen, dass sich hierbei etwas für sie verbessert hatte. Der Kampf gegen die ausländische Flagge als das große Übel, der riesige Erfolg, dass man nun einige Schiffe unter deutscher Flagge brachte. Verschwiegen wurde dabei, dass es sich hierbei nur um einen ganz winzigen Bruchteil aus dem Neubauprogramm handelte, der prozentuale Anteil der Schiffe unter ausländischer Flagge nahm gewaltig zu. Mit der Einflussnahme auf die Steuerpolitik unter keiner weiteren Steuerfreiheit unter ausländischer Flagge wurden die Lohnnebenkosten für deutsche Seeleute auf ausländischen Schiffen zu hoch, wurden im Prinzip eine Unmenge möglicher Arbeitsplätze für deutsche Seeleute vernichtet.
Die Zahlen der offenen Positionen bei der Heuerstelle wurden nie kontrolliert. Beschwerden der Seefahrer über Angebote weit unter Tarif die dann nicht besetzt werden konnten und wo prompt dann ein „Persilschein“ ausgestellt wurde, der es der Firma erlaube billiges Personal aus dem Ausland einzustellen. Insoweit diese Stellen auch anderen EG Bürgern zur Verfügung stand, so ist dieser Gewerkschaft auch nie aufgefallen, dass diese Positionen nie im ganze EG Raum angezeigt wurden oder Dinge wie eine einheitliche europäische Gesundheitskarte einfach überfällig sind.
In wie weit ist eine Gewerkschaft noch glaubwürdig die über die aufgenötigten ITF Verträge für die Billigbesatzung vom Arbeitgeber bezahlt wird? Die meisten deutschen Seeleute sind aus dieser Gewerkschaft ausgetreten weil sie ganz einfach nicht ihre Interessen vertreten sahen. Eine ganz klare Frage war, wieso diese Gewerkschaft hier überhaupt noch irgendwelche Rechte im Bereich Seefahrt hat? Kaum noch deutsche Mitglieder und auf deutschen Schiffen mehr Besatzungsmitglieder Mitglied einer anderen Gewerkschaft als Verdi.
Man könnte dies noch gerne fortführen. Verdi hat auch in anderen Bereichen gewaltige Probleme und deren Mitglieder laufen weg. Ganz sicher bedarf es einer Interessenvertretung für Seefahrer, genau so wie die Reeder ihre Interessenvertretung haben. Nur bitte eine kompetente Interessenvertretung, die Zeiten der alten Proletarier sind heute schlicht und einfach vorbei. Eine Gewerkschaft bedarf auch der Reformen, nur das ist leider bei Verdi total versäumt worden.
![]() Kapitäne und Offiziere sehen ihre beruflichen Interessen durch eine "Gewerkschaft der Proletarier" wenig vertreten. (Bild aus einer Selbstdarstellung der Gewerkschaft) Seeleute kommen nun ja herum, im Rahmen der Globalisierung lernen sie auch von ihren ausländischen Kollegen. In England gab es eine kleine Gewerkschaft, total am Boden die dann aber diese Reformen durchgeführt hat. In wenigen Jahren war NUMAST ein Begriff, selbst beim deutschen Reeder. Nicht als ein Proletarier sondern als ein kompetenter und sehr ernst zu nehmender Partner. Eine Gewerkschaft die auch ihre eigene Arbeitsvermittlung hat, in Deutschland total undenkbar. Laufend hatten die Seeleute darauf hingewiesen sich bitte an NUMAST ein Beispiel zu nehmen.
Es war ja nun nicht so, dass die Seeleute hier gegen eine Gewerkschaft sind. Es war ein ganz klares JA zu dem Gedanken einer Gewerkschaft. Nur bitte eine vernünftige Gewerkschaft die auch wirklich die Interessen der Seefahrer glaubhaft vertritt. Im Rahmen der EG dürfen wir uns unsere Banken, Versicherungen EG weit aussuchen. Diese Freiheit betrifft sicherlich auch die Gewerkschaft. Der Rat der alten Seeleute war der Austritt bei Verdi und NUMAST beizutreten.
NUMAST ist heute durch den Zusammenschluss mit Holland unter dem Namen Nautilus auf dem Wege zu einer europäischen Seeleute Gewerkschaft. Man braucht sich ja nur einmal die Webseite von Nautilus anschauen und mit der vom Bereich Seeschifffahrt bei Verdi vergleichen. Das sollte eigentlich schon reichen um jeden hier den Unterschied anzuzeigen. Diese Gewerkschaft tut weitaus mehr im Interesse ihrer Seefahrer und das auch noch bei weitaus geringeren Beiträgen. Wo es auch viel Kritik zum Rechtsschutz bei Verdi gab, wir hörten hier nur Lob. Insoweit es sowieso bald keine deutschen Seeleute mehr gibt erübrigt sich allerdings wohl auch sehr bald der Fachbereich Seefahrt bei Verdi.
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