Warum Liechtenstein oder windige US Kredite? Hohe Rendite - fast steuerfrei - mit jeder Menge Subventionen vom Staat (2)


Banken als Schiffseigner - hier die Sand Bank.


Es fängt bereits an, wenn Seeleute in China sind und neue Schiffe übernehmen. Sie sehen doch was los ist. Wenn man sich nachher die Zertifikate betrachtet, dann sollte man bitte wissen, China ist immer noch ein kommunistisches Land, es regiert die Partei und kein Chinese, auch kein chinesischer Besichtiger der sich hier mit der Partei anlegt. Alte erfahrene deutsche Besichtiger sieht man heute aber fast überhaupt nicht mehr, vermutlich bereits wie jene Dinosaurier ausgestorben. Chinesen sind ja auch so viel billiger. Schiffe Made in Germany um ganz ehrlich zu sein heute allerdings auch nicht mehr unbedingt so viel besser.


Der Personalabbau in der Seefahrt begann Anfang der 70iger. Inzwischen gehen nun auch die letzten der alten Herren in Rente. Im zunehmenden Umfang geht uns die maritime Expertise verloren. Über Jahrzehnte hatte man es versäumt auszubilden. Wie die Heuschrecken fiel man in andere Märkte ein, immer wo es am Billigsten war. Wenn hier die Gehälter anzogen, so zog man weiter. An diesen Tatsachen ändert auch nichts, wenn man jetzt angeblich bemüht ist Nachwuchs auszubilden. Eine gute Ausbildung gibt es nur auf Schiffen die auch gut besetzt sind und wo eine lange Erfahrung weiter gegeben werden kann. Mit einer Turboausbildung, in der Seefahrt Schnellbesohlung genannt, wie auch eine schnelle Beförderung um die Löcher erreicht man genau das Gegenteil. Wenn einer Person der weite Hintergrund und die lange Erfahrung fehlt, so fühlt sie sich nachher den Aufgaben und dem Stress nicht gewachsen, schlicht und einfach überfordert. Es ist nicht jeden Tag schlechtes Wetter und es bedarf schon einer sehr langen Erfahrung wie man das meistert. Das Resultat kann man bereits erkennen, sie verlassen nach 4-5 Jahren die Seefahrt. Eine grobe Verschwendung von Steuergeldern, die dringend erforderliche maritime Erfahrung wird durch diese schnelle Ausbildung nicht aufgebaut. Eigentlich an der Zeit, dass man hier einmal die verantwortlichen Parteien, Politiker, Reeder und auch Verdi zur Rechenschaft zieht. Insoweit die Expertise immer kürzer kommt steigt ganz unweigerlich auch das Risiko für den Anleger. Die weiten Bereiche angefangen von der Logistik bis hin zur Zulieferung- und Service Industrie leiden schon länger unter dem Mangel an See-Erfahrung.


Wir von unserer Seite können den Anleger nur dazu raten bitte auch auf das personelle Element zu achten. Der Anstieg bei den Unfällen auch nicht in unserem Interesse, man soll bitte nicht glauben, dass die Seeleute davon begeistert sind. Es ist auch unsere Sicherheit und unser Leben.


Es ist leider auch so, dass all zu oft Einsparungen im Personal lediglich auf die Technik verschoben werden. Hohe Ersatzteil und Service Rechnungen gelten als unvermeidbare Unkosten, beim Personal kann man jedoch immer Geld einsparen. Was leider auch zu oft übersehen wird ist die Erhaltung des Schiffes. Man geht von einem starken Markt aus und dass man das Schiff später gut verkaufen kann. Der Markt kann auch schnell drehen und den „Griechen“ kann man nicht so schnell etwas vor machen, die wissen schon ganz genau wonach sie zu schauen haben. Kleinere Reedereien wo der Reeder immer noch auf seine deutsche Schiffsführung besteht arbeiten heute in der Tat oft besser als jene Elefanten der Industrie, jene so genannten riesigen „Shipmanagement“ Betriebe. Zumindest schon einmal eine gute Frage die ein Anleger einmal dem Reeder stellen könnte bevor er sein Geld anlegt, wann denn der Reeder zuletzt einmal selber sein Schiff besucht und sich mit den Leuten an Bord unterhalten hat?


Es besteht an Land viel Personalbedarf in der Logistik und bei den Ingenieuren. Die Geister die man mit STCW95, ISM und ISPS rief, der Arbeitsmarkt an Land hat sich inzwischen verbessert und immer mehr Kollegen die abwandern, auch wenn es finanziell etwas weniger ist. Potentieller Nachwuchs bleibt trotz aller Bemühungen aus, nach offiziellen Angaben der Heuerstelle Hamburg verlässt die Jugend nach 4-5 Jahren die Seefahrt.


Ohne erfahrene Seeleute erübrigt sich Seeleute.com. Wir haben uns entschlossen zur Erinnerung diesen kleinen Nachruf mit einem Extrakt aus den Themen von Seeleute Com in das Netz zu stellen. Falls die alten Seeleute einmal doch Recht hatten und es eines Tages Schwierigkeiten gibt, damit sich hier bitte keine Politiker, Gewerkschafter oder Reeder heraus reden können man hätte von diesen Problemen nichts gewusst. Auch damit uns bitte keine Anleger wie bereits einige Versender von Containern den Vorwurf machen, man hätte sie nicht rechtzeitig gewarnt.